Michael Neumann - "Der Wespenmann"
Meine lieben Freunde, gerne möchte ich Euch heute berichten, welche Aufgaben ich als Wespenmann in dem Bereich der Umsiedlung von Wespen- und Hornissennestern habe.
Seit über 30 Jahren lebe ich mit diesen Tieren und arbeite mit ihnen, ausgenommen der Zeiten, wo ich krankheitsbedingt ausgefallen bin. Die Arbeit ist sehr vielseitig und erfordert Opferbereitschaft, viel Liebe zu der Schöpfung der Natur, Geduld und Kenntnis.
Mein Wirkungsbereich ist Hamburg und Schleswig-Holstein. Zuerst einmal ist es erforderlich, die Lebensbedingungen und Gewohnheiten der einzelnen Spezie zu kennen. Ich bin Besitzer der erforderlichen Ausnahmegenehmigungen, um diese Arbeit auszuüben.
Eine enge Zusammenarbeit mit den Ämtern, besonders den unteren Naturschutzbehörden und den Umweltämtern wie auch Ordnungsämtern sowie Naturschutzverbänden wie den BUND und den NABU übe ich in jeder Saison aus.
Auch arbeite ich mit Feuerwehren und der Polizei zusammen, da viele Betroffene von Nestern sich an diese Organe wenden. Ich betreibe einen artgerechten, lichten Eichenwald in der Kellinghusener Heide bei Störkathen, wo ich den Tieren ein neues Zuhause gebe.
Hat eine Person oder ein Haushalt ein Wespennest, ein Hornissennest oder ein Hummelnest, das zu einem Problem wird, führe ich zuerst ein telefonisches Aufklärungsgespräch mit den Betroffenen. Stellt sich heraus, dass ein Einsatz erforderlich ist, besuche ich die Person oder die Familie vor Ort.
Manchmal bleibt es nach der Besichtigung bei einem Beratungsgespräch, wenn sich herausstellt, dass die Tiere am Ende keine Gefahr für das alltägliche Leben dastellen.
Dazu möchte ich erwähnen, dass alle Nester nur einjährig sind, also eine Saison. Ist es aber ein Problemnest, wie der Veluxfensterbereich im Dach, ein Erdnest im Garten oder ein Nest im Geräteschuppen oder auf dem Balkon, kommt der aktive Einsatz.
Das Nest wird geborgen und in einem Transportgefäß so platziert, dass der Nachflug Großteils eingefangen werden kann. Erdnester werden geortet und ausgegraben, manchmal muss man Dachpfannen anheben und das Nest aus der Isolation schneiden.
Isolationsschäden, durch die Tiere verursacht, behebe ich direkt vor Ort. Habe ich die meisten Wespen eingefangen, wird das Transportgerät verschlossen und gesichert.
Ich habe mich Zeiten meines Lebens auf die Umsiedlung versteckt bauender Völker spezialisiert, die oft als nicht umsiedelbar gelten, wie die deutsche Wespe oder die gemeine Wespe.
Ist der Nachflug so stark, dass noch eine Gefahr besteht für Passanten, dann ist es legitim, aus Gründen des Personenschutzes, ein leichtes Insektizid einzusetzen. Erst, wenn die Gefahrenquelle behoben ist, werden die Tiere zu meinem Wald transportiert und die Nester erhalten ein neues Zuhause.
Regelmäßige Kontrolle über Stand und Entwicklung der Nester ist mein oberstes Gebot. Aber auch andere Tätigkeiten übe ich zum Naturschutz aus, so zum Beispiel Vorträge über die Tiere und ihre Lebensgewohnheiten, pädagogisch gerecht z.B. in Schulen und Kitas oder vor Imkervereinen.
Des Weiteren arbeite ich eng mit der Presse und weiteren Medien zusammen, um die Bevölkerung über diese wichtigen Tiere aufzuklären. So drehte ich viele Fernsehsendungen über meine Arbeit, gab Radio-Interviews und schrieb für Zeitungen oder sie berichteten von meiner Arbeit.
Ziel ist es immer, die Bevölkerung aufzuklären, wie sie mit den Tieren umgehen kann, Stiche vermeiden kann und welche biologische, wichtige Bedeutung diese Tiere haben.
An dieser Stelle bedanke ich mich u.a. bei den vielen Schulen Hamburgs und den KItas, besonders den Elbkindern und der Kita Wabe für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit wie bei allen Organen der Ämter und der Polizei wie den Wehren.
Ein weiterer Dank gilt den Fernsehmedien, den Pressehäusern und den Radiosendern, durch die ich deutschlandweit dank fachlicher, sachlicher und schöner Berichterstattung ein Umdenken und ein Naturbewusstsein den Insekten gegenüber erreichen konnte.
In Liebe,
Euer Wespenmann Michael

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