Diese Seite beinhaltet drei Artikel:
- Wespen - Unverstande Helfer statt ungebetene Gäste
- Die sanfte Riesin: Warum wir die Hornisse völlig falsch verstehen
- Soziale Faltenwespen und ihre Nester (Umsiedlung)
Wespen: Unverstandene Helfer statt ungebetene Gäste
Sobald die Kaffeetafel im Freien gedeckt ist, sind sie da: Wespen.
Ihr schlechter Ruf eilt ihnen voraus, doch bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die gelb-schwarz gestreiften Insekten als faszinierende Nützlinge. Zeit für einen Perspektivwechsel!
Warum Wespen echte „Garten-Helden“ sind
Wespen sind weit mehr als nur gierige Limonaden-Fans. Sie
erfüllen zwei lebenswichtige Aufgaben in unserem Ökosystem:
- Schädlingsbekämpfer:
Ein einziges Wespenvolk vertilgt pro Tag bis zu 500 Gramm Insekten
– darunter Mücken, Fliegen und Blattläuse. Sie sind die natürliche
„Polizei“ im Garten.
- Bestäuber: Auch wenn die Biene hier den Ruhm erntet, fliegen auch Wespen von Blüte zu Blüte und tragen zur Bestäubung von Pflanzen bei.
Der richtige Umgang: Ruhe bewahren
Wespen sind von Natur aus nicht aggressiv. Sie stechen nur,
wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen.
- Nicht
pusten: Das CO₂ im Atem gilt als Alarmsignal.
- Keine
hektischen Bewegungen: Schlagen macht die Tiere nervös.
- Ablenkfütterung:
Eine Schale mit überreifen Trauben in einiger Entfernung wirkt oft Wunder.
Was tun, wenn das Nest „stört“?
Ein Nest am Haus ist kein Grund zur Panik. Viele Völker
sterben im Herbst ohnehin ab. Wenn das Nest jedoch an einer ungünstigen Stelle
hängt (z. B. direkt über der Haustür), ist eine Umsiedlung möglich.
- Wer
hilft? Experten wie Imker, Schädlingsbekämpfer mit Zusatzqualifikation
oder Naturschutzverbände. In Schleswig-Holstein: Der Betreiber dieser Webseite, Michael Neumann.
- Wie
funktioniert das? Mit speziellen Sauggeräten oder durch das
vorsichtige Versetzen der Waben in eine Transportbox wird das Volk an
einen ruhigeren Ort (mindestens 3 km entfernt) gebracht.
- Wichtig:
Wespen stehen unter Naturschutz. Eigenmächtiges Zerstören oder Vergiften
ist verboten und kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.
Wespe, Hornisse oder Biene? Die Unterschiede
|
Merkmal |
Wespe |
Hornisse |
Biene |
|
Aussehen |
Schlank, intensiv gelb-schwarz |
Groß (bis 3,5 cm), rötlich-braun/gelb |
Eher pummelig, pelzig, bräunlich |
|
Ernährung |
Fleisch (Larven) & Zucker |
Insekten (auch Wespen!) |
Nektar & Pollen |
|
Charakter |
Neugierig, hartnäckig |
Sehr friedlich, scheu |
Sanftmütig, fokussiert auf Blüten |
Die Hornisse ist die „große Schwester“ der Wespe. Trotz
ihrer imposanten Größe ist sie extrem friedlich und ihre Stiche sind – entgegen
allen Mythen – nicht gefährlicher als die einer normalen Wespe.
Sind Stiche gefährlich?
Für die meisten Menschen ist ein Stich zwar schmerzhaft und
führt zu einer Schwellung, ist aber medizinisch harmlos.
- Gefahr
besteht nur, wenn eine Allergie vorliegt (ca. 3–5 % der
Bevölkerung) oder der Stich im Mund-Rachen-Raum erfolgt.
- Erste
Hilfe: Kühlen, eine aufgeschnittene Zwiebel auflegen oder ein
elektrischer Stichheiler (Hitzestift), der die Eiweißstrukturen des Gifts
neutralisiert.
Wespen sind Teil unserer Stadtnatur und verdienen Respekt statt Angst. Wenn wir verstehen, wie sie „ticken“, wird der Sommer auf der Terrasse deutlich entspannter.
Die sanfte Riesin: Warum wir die Hornisse völlig falsch verstehen
Sie ist groß, sie brummt laut – und sie ist eines der am meisten unterschätzten Wesen in unserem Garten.
Während sie oft als „Killerwespe“ verschrien wird, ist die Realität eine ganz andere: Die Hornisse ist die friedliche Diplomatin unter den Insekten.
Ein Plädoyer für die Hornisse
Oft haben wir vor dem Angst, was wir nicht kennen oder was „lauter“ ist als der Rest. Die Hornisse ist das perfekte Beispiel für ein missverstandenes Wesen. Sie ist eine sanfte Jägerin, die uns die echte Last – die Mücken und Fliegen – vom Leib hält.
Ein Hornissenvolk ist wie eine ökologische Alarmanlage: Es regelt den Bestand an Wespen am Kaffeetisch ganz natürlich. Dass sie abends gegen die Scheibe fliegt? Kein Angriff, sondern nur Verwirrung durch unser künstliches Licht.
Bevor wir aus Angst handeln, sollten wir innehalten. Die Hornisse braucht unseren Schutz, nicht unsere Panik. Sie ist ein wertvoller Teil unseres Kreislaufs und verdient unseren Respekt.
Der Gift-Check:
Vergiss das alte Ammenmärchen von den „drei Stichen“. Das Gift einer Hornisse ist sogar schwächer als das einer Honigbiene!
Kein Interesse an deinem Kuchen:
Hornissen ignorieren deinen Erdbeerkuchen und dein Schnitzel. Sie jagen lieber Fliegen, Mücken und – rate mal – die nervigen Wespen, die dich am Kaffeetisch stören.
Natürliche Schädlingsbekämpfung:
Ein Volk vertilgt bis zu 500 Gramm Insekten pro Tag. Sie sind die Lösung für dein Wespenproblem, nicht die Ursache!
Wichtig:
Sie stehen unter strengem Artenschutz. Wer ein Nest zerstört, riskiert Bußgelder bis zu 50.000 €. Nicht aus Willkür, sondern weil wir sie für ein gesundes Ökosystem brauchen.
Lassen wir die Klatsche stecken und schenken wir ihr den Respekt, den sie verdient.
Soziale Faltenwespen und ihre Nester (Umsiedlung)
Es ist wieder Wespenzeit und die manchmal plagenden, hochaktiven Tierchen summen wieder durch die Lüfte, um meist Fliegen und Mücken zu jagen, womit sie ihre Brut ernähren. Auch wird eifrig an manchem alten und morschen Holz geknabbert, Partikel, die gemischt mit Speichel, ein Papier ergeben, woraus die Nester gebaut werden.
Doch Wespe ist nicht gleich Wespe. Hauptsächlich haben wir es in Deutschland mit neun Arten zu tun, die Staaten bilden, wobei die Hornisse, die zur Familie der Wespen gehört die Größte und Imposanteste ist.
Von diesen neun Arten werden dem Menschen in der Regel nur sechs problematisch. Dieses, wenn ihre Nester so ungünstig gebaut sind, dass sie in den Lebensbereich des Menschen auftreten.
1.) Die Hornisse: Sie ist ein sehr friedlicher Geselle, kommt man ihrem Nest nicht zu nahe. Bei den Wespennestern sollte in der Regel ein Abstand von 5 Metern eingehalten werden können, dieses ist der Bereich, wo man Nester belassen kann. Die Hornisse baut gerne ihre Nester in Vogelkästen, unter Dachpfannen, besonders gerne in Veluxfensterkästen aber auch in Hohlräumen von Bäumen.
Auch in Werkzeug- und Gartenschuppen kommt sie vor. In Dachbereichen kann man sie oft lassen, die 5 Meter Sicherheitsabstand sind oft gewährleistet. Auch in anderen Bereichen stellt sie selten eine Gefahr dar. Hornissen dürfen bei problematischen Nestern, die zu einer Gefahr werden, nur mit einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörden vernichtet werden. Sie stehen unter dem gesonderten Schutz, dem Artenschutz. In der Regel aber gibt es bei den meisten Problemnestern immer die Alternative der Umsiedlung.
2.) Die mittlere Wespe (kleine Hornisse). Diese Wespe baut ihre Nester fast ausschließlich sichtbar. Bevorzugt sind Hecken, Strauchäste, Fensterecken oder Regenrinnen, wie Dachüberstände. Genau wie die Hornisse erreicht sie eine Volksstärke von wenigen hundert Tieren. Die meisten Probleme treten auf, wenn wir Hecken schneiden und mit der Schere in ein Nest geraten. Die mittlere Wespe ist sehr friedlich und besucht nicht den Kaffeetisch. Nur bei Neststörung geht sie in die Verteidigung über. Problematische Nester der Media sind immer umzusiedeln, während die Nester der Hornisse beige-gelb meist holzfarben sind, sind die Nester der Media hell-gräulich. Große Nester erreichen manchmal das Volumen eines Fußballs.
3.) Die deutsche Wespe. Diese Spezies baut in allen erdenklichen Hohlräumen wie Zwischendecken, unter Dachpfannen, auf Dachböden, in Gartenhäuschen und Schuppen, in Garagen, Kellerbereichen und alles, was trockene Plätze sind. Auch baut sie bevorzugt in leeren Wühlmausbauten unter der Erde, wobei die Arbeiterinnen kontinuierlich Erdreich abtragen, um einen Hohlraum zu vergrößern. Selber in den Wohnbereichen, wie Wäscheschränken baut sie ihre Nester, die bei Platzgegebenheit einen Umfang von zwei Metern erreichen können und bis zu 10.000 Tiere beherbergen.
Die deutsche Wespe ist sehr verteidigungsbereit, sie besucht den Kaffeetisch und wird auch oft lästig. Dennoch leistet sie als natürlicher Schädlingsbekämpfer einen großen Beitrag in der Natur. Auch dienen alle Wespenarten u.a. als Pflanzenbestäuber. Die deutsche Wespe gilt oft als nicht umsiedelbar aufgrund ihrer großen Volksstärke und den oftmals versteckten und schwer zugänglichen Nestern. Ich habe es mir als Spezialgebiet gemacht, diese Nester umzusiedeln.
4.) Die gemeine Wespe. Lebensgewohnheiten siehe deutsche Wespe. Die gemeine Wespe hat bei ausgewachsenen Nestern eine Volksstärke von 3.000 bis 5.000 Tieren, gelegentlich mehr. Während die deutsche Wespe graue Nester hat, die betonfarben sind, hat die gemeine Wespe wie die Hornisse beige-gelbe, holzfarbene Nester. Die gemeine Wespe ist trotz ihres Wertes in der Natur die lästigste Wespenspezies wie auch die verteidigungsbereiteste. Die deutsche Wespe und die gemeine Wespe sind Kurzkopfwespen.
5.) Die sächsische Wespe. Sie baut bevorzugt ihre Nester in Gartenhäuschen, Schuppen, Carports und auch Vogelkästen. Die Nester sind grau und beherbergen im ausgewachsenen Stadium einige hundert Tiere. Auch unter Dachpfannen ist sie zu Hause. Sie ist eine sehr friedliche Wespe und geht nur in die Verteidigung über, stellt man sich in die Flugschneise oder erschüttert das Nest. Die Größe eines ausgewachsenen Nestes gleicht einem Fußball. In Problemfällen sind diese Nester mit hohem Erfolg immer umzusiedeln. Die sächsische Wespe kommt in allen Regionen vor. Sie besucht nicht den Kaffeetisch und meidet den Menschen.
6.) Die Waldwespe. Die Waldwespe ist ehe in dörflichen Gegenden zu Hause wie an Randgebieten von Städten und Orten. Sie bevorzugt mehr die freie Wildbahn. Ihre Nester sind grau und große Völker erreichen etwa 200 bis 300 Tiere. Sie baut ihre Nester gerne unterirdisch oder in Schuppen und Hohlplätzen. Die Waldwespe besucht nicht den Kaffeetisch und stört den Menschen nicht, die Ausnahme ist bei Neststörung. Sie ist eine sehr verteidigungsbereite Wespe. Ihre Nester sind bei Störungen im Lebensbereich der Menschen immer umzusiedeln.
Jedes Wespennest hat nur eine Königin, sie ist die Einzige, die zwei Jahre lebt, während alle anderen Wespen nur eine Saison leben. Alle Nester sind daher nur einjährig. Die Waldwespe, die sächsische Wespe und die mittlere Wespe hat ihre Entstehungszeit Anfang Mai, spätestens Mitte September bis Ende September sind diese Nester leer und verlassen. Die Hornisse, die deutsche und die gemeine Wespe bestehen jedoch von Anfang Mai bis unter Umständen Mitte November. Je nach Nestlage.
Alle Wespennester stehen nach § 20 Bundesnaturschutzgesetz unter den Bedingungen des allgemeinen Naturschutzes.
(c) Michael Neumann
Haben Sie weitere Fragen?
Wenn Sie in Schleswig-Holstein leben, dann ist Michael Neumann gern für Sie als „der Wespenmann“ unterwegs und siedelt ein Wespennest für Sie um! Angebot auf Anfrage – bitte nutzen Sie das Kontaktformular in der Seitenleiste.



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